תמונות בעמוד
PDF

Klopstock. M5pstock.^

Diesem Dichter vom ersten Range (s. B. IV. S. 6,.) Mault Deutschland den Ruhm, in der höher« epischen Vichtungsart wenigstens keiner andern neuern Nation nachstehen zu dürfen, und vor den meisten einen großen Vorzug >u behaupten. Durch ihn wurde die Religionsepopöe, die man aus seiner eignen Abhandlung über die heilige Poesie >r den, ersten Bande der Hallischen Ausgabe des Messias) un richtigsten beurtheilen lernt, zu einer noch höher« Vollkommenheit, als durch Milcon, gebracht. Schon im I. >?48 erschienen die drey ersten Gesinge seines Messias in >en Bremische» Beiträgen; seitdem wurde das Ganze allnMig »ollendet. Es besteht aus zwanzig Gesängen, und mthölt die lMrch den Messias i» seiner Menschheit vollen« dete Erlösung der sündigen Menschen, vom Anfang« seiner leiden bis zu seiner Himmelfahrt. Was den Stof selbst «>d dessen Erzählung in der heiligen Geschichte dem begeilcrten Dichter schon reichlich darbot, ist durch seine Anord«ng sowohl, als durch seine von frommer Phantasie gelcilete schipftische Dichtung noch sehr gehoben worden, und »teressirt durch die Abwechselung von Erzählung, Sckil, lcrung, Dialog, und lyrischen Gesang eben so sehr, al« »mch den weise benutzten Reichthum an Bildern und Gleich>>sse», und durch die vollendete Schönheit des Ausdrucks >»d Versbaues. Noch lein deutscher Dichter hat dem Hexameter in unsrer Sprache so viel Schönheit, Abwechelung, Fülle und Wohlklang zu gebe» gewusst, als»,lop^ock, der so oft, so lange und so reif darüber nachdachte, >nd die, ebenfalls vor der Hallischen Ausgabe des Messias Endliche, vortreffliche Abhandlung über die Nachahmung de« griechischen svlbenm«ßcs schrieb. — Fast nichte ich aus einem Gedichte, worin sich üherall wetteiernde Schönheiten darbieten, gar keine Probe wählen; lber es ist doch gewiß die Wahl einer, wenn gleich nicht >er einzigen, herrlichen Stelle, die ich hier treffe.

3 3 Mes

Messias. Ges. IV. v. 1064.

Tinge, mein Lied, den Abschied de« Liebenden von den Geliebten, Und die Reden der traurenden Freundschaft. Wie vs,

matt der Jünger, Der mit dem hohen Jakobus ein Sohn des Donnert

'genannt ward, Und in der einsamen Pathmvs die Offenbarung auch sähe.

An der Brust des Messias der vollen ^.eele Gefühl sprach,

Dann gen Himmel vom Auge deö Liebenswürdigen aufsah;

Also fließe mein Lied voll Empfindung nnd seliger Ein? falt!

Jesus sprach, und schaute »oll Wehmuth in die ^ Versammlung:

Mich hat herzlich verlangt, mit euch dieß Mahl noch zu halten,

Eh ich leide.... Pald sind sie erfüllt, die Worte der Zeugen,

Welche von mir verkündigt haben. Ihr kennt den Pr« »Helen,

Der gewürdigt ward, der Gottheit Erscheinung zu sehen,

Der der Seraphim Stimme vernahm, die den auf dem Throne

Mit dem festlichen Halleluja der Himmel empfingen. Daß vom Schallen der Lieder de« Tempels Schwellen

.,.: erbebten. Und das Heiligthum ganz von Opferwolken erfüll!

warw.. , Damals war ich zugegen mit meinem Vater. Auch

ich ward

Heilig! Heilig! genannt. Auch mix erhüben sich Won den goldnen Altären! Auch mir erbebte der Tem- Rlsvstoc?..

pel'.'

Denn ich bin lange vor Abram gewesen. Eh aus den

Gewässern

Dieses heilige Land mit Gottes Bergen hervor stieg, Eh die Welt war, bin ich gewesen! Doch diesen G« danken

Fasse ihr in seiner Größe noch nicht!... Der himim

^> / lisch« Seher,

Der der Gottheit Herrlichkeit sah, hat auch in der Zu< kunft ,

Einen Menschen, wie ihr scyd, gesehn, und, vom

Geiste gclehret.
Also von ihm verkündet: Die Schönheit des göttlichen

Mannes,

Seine Gestalt ist vergangen! Das Lächeln der friede samen Jahre,

Jede Ruhe des Lebens ist hin! Das Elend der Sünder

Ist ganj über sein Haupt gekommen! Die Menschen

verstummen, , > Wenn sie sehen den Jammer in seiner Seele! Sie

wenden

Ihm ihr Angesicht weg. Er aber hat unsere Schmer«
zen,

Unser Elend getragen! Wir wähnten, er trüge die
Lasten

Seiner Schuld! es hätte der Rächer den Sünder er-
schüttert:

Aber um unsertwillen sind jene Wunden geöffnet,
Die er blutet. Wir find die Verbrecher! Die Hand

des Verderbens
Hat ihn um unsertwillen ergrissen. Er leidet, daß

Friede

Ueber uns komme, daß Heil mit seinen Flügeln UNS
Kecke!

Denn wir wandelten alle den Weg der Irre. Wir
,. alle

Waren elend genug, uns selber Weisheit zu wählen. Darum hat unsere Schuld auf ihn der Rücher ge. . werfen.

Mspstsck. ^ Gr jst unser Versöhner, und geht ins Gericht, und

leidet,

Wird bis zum Tode gehorsam, und öffnet den göttlk chen Mund nicht.

Wie ein verstummendes Lamm zum Opferaltare geführt wird;

Also geht er geduldig daher, und schweigt... . Nun
ist er

Aus dem Gerichte genommen! Wer kann nun seine
Versöhnten

Zählen? «er der Heiligen Schaar, die durch ihn ge-
recht sind?

Weil ex für die Sünder zum Opfer sein Leben gu bracht hat,

Werden ihm ganze Geschlechte zur neuen Schöpfung erwachen,

Und sein Leben wird Ewigkeit feyn.... So sagt der , Erlöser,

Schaut gen Himmel, und schweigt. Er hatte lange geschwiegen,

Fuhr jetzt fort: Es ist das letzte Mal, daß wir zu, sammen

Dieses Abendmahl halten! Ich werde mit meinen Ge< liebten

Nun nicht mehr das Gewächs des frohen Weinstocks
genießen,

Noch die Lämmer im Thal. Doch in den Hütten d«
Friedens,

Wo viel Wohnungen sind, dort werdet ihr euren
Messias

Wiedersehn, und nebst den versammleten Vätern des
Bundes

Neue Feste begeh», die kein Abschiednehmen mehr
trennet.

Jesus schwieg, und bieJünger um ihn. So schwieg
in den Hallen
Auf Moria das heilige Volk, da der weiseste Jünz>
ling

Unter den Söhnen von Abram; da Sawmo bei den
Altären

Seine Krone vor dem, der emig ist, nieder geworfen, . Rlspstsck

Und der Weihe Gebet vollendet hatte; da sichtbar ^

Won den Wolken der Herrlichkeit Gottes der Tempel erfüllt ward,

Daß die schauenden Priester nicht mehr zu opfern ver<
mochten,

Und der Jubelgesang der Halleluja verstummte).
Jeder schwieg. Nur daß uncerweilen der Betenden

'. Einer
Schnell vom heiligen Schauer ergriffen, sein Angesicht >

aufhub, ^ Gegen die Nacht der Erscheinungen sah, mit bebem

.. r der Stimme , : ,

Heilig! Heilig! sprach, und die Arme gen Gimmel
empor hielt.

Also schwiegen die Jünger, und also redte Lebbaus,
Da er mir leiser Stimme sich gegen Jscharioth wandte:

Ach, nun weiß ichs gewiß! der Sohn des Mew
schen wird sterben,
Was die übrigen Jünger von seinen! Reden auch dem
ren,

Die «r so oft vom Tod' an uns hält! Komm, Ruhe vom Elend,

Tod, des müden Wanderers Schlaf, und erbarme dich metner.

Wenn, wie ein Lamm zum Altare, der beste der Mew schen geführt wird, <

Komm dann mein einziger Trost!... Hier sprach ex
lauter und Seufzer

Unterbrachen die Rede des Jünglings. Ihn sah der
Messias.

Dich, Jscharioth, auch. Mit menschenfreundlicher
Wehmuth

Schaut er in der Versammlung herum, und sagte zu
. ., ihnen:

Ja, ich muß « euch sagen: Hier unter meinen
Geliebten

Ist ein Jünger, der mich verrachen wird, einer der
Zwölfe!

X 5 Bam

« הקודםהמשך »