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Be schönt, was greulich ist; sie wird in Angst begeh«, In Hoffnung fortgepflanzt, in Furchtsamkeit gewehrt, Und Ekel folgt ihr nach: Die Rölhe, dieses Blicken, Der Schweiß, das Herjenweh, dieß auf und nieder schii cken,

Der Seufzer, zeiget ja, daß ihre b>sie Frucht

Hin wahres Stücke sei der rechten schweren Sucht.

O Gut, d böses Gut, Was kannst du denen geöen, Die delne Folger sind, und dir zu Dienste leben! Du Wollust, wcinn du wir zu schauen hast gebracht Die Furche, dke ein Schiff cnif wilder See gemacht, Und eines Adlers Flug; so wiÜ ich dir auch finden Den Weg, auf welchem du gewohnt bist zu verschvi« den,

Und nimmst mit dir dahin die Blüte von der Zeit, Für welche du nichts giebst, als Armuth, Schmach und Leid.

Komm mit Mir, wenn du kannst; ich will dkr elwcs weisen,

Darnach du nicht erst darfst bis In Peru hin reise», Wo solches Werkzeug wachst, darauf dein Volk sich fleißt.

Komm Mit mir an den Orr, der Vielgut ist und heißt, Hn unserm Schlesien, dem itzt nicht reichen Lande, Das dennoch Vielgut hat; schau' an dem klein« Strande

Der Weide, dessen Ruh, der seinen Sinn gesetzt Auf etwas, das den Leib und Smn zugleich ergötzt. Z e r n i tz.

(Von Christian Friedrich Zerniy, geb. 1717, gestorb. t7«,l?at man einigeLehrgedichtevonnicht gemeinem Werth. Sie verrathe» einen ^um tiefen Denken aufgelegte» Geist, ein lebhaftes dichterisches Gefühl, und einen gebildeten Geschmack für Wahl und Stärke des Ausdrucks; nur fehlt diesem letzter« die geföilige Harmonie, wodurch die Eindrücke des Lehrgedichts so sehr verstärkt werden. In diese erste Klasse gekörcn seine Gedanker, von den Endzwecken der Welt, woraus folgende Stelle entlehnt ist. Sie stehen in Hrn, Schmidr's Anthologie der Deutschen, Th. I. S. 45 ff. — Sein Versuch in moralischen und Schäfergedichten «schien gleichfalls erst nach seinen, Tode, Hamb. 1748. 8.)

Aus dem Gedichte: Von den Endzwecken der Welk

Der Anfang einer Welt ist Gott nur offenbar, ÜnKUsser bleibt vielleicht noch weit vom Schöpfungsi jähr.

So viel erkennen wir, wenn, tief in Erdengründen
Wir noch das Ben des Meers bedeckt mit Muscheln
finden.

Wenn auf gebliebnem Sand der weqgewichnen Flut
Jetzt Letten, Eide. Thon, in festen Lagen ruht.
Und die Natur nie springt, zu Zwecken zu gelangen:
Daß ihr zu diesem Bau geraume Zeit vergangen.
Wenn nun Gott> eh die Dau'r der Welt zu Ends
läuft,

Unzöhlge Kreatur mit Wohlthun überhäuft,
Wenn zeitlich Gnügen ist dem Liebeszweck geschehen/
Und endlich eine Welt, schon alt zum Untergehen,
Nach seiner Weisheit Rath ins Nichts zurück gestürzt;
Was spricht der Mensch: hat Gott der Welten Glück
verkürzt?

Zerniy. .Ist jedem Menschen nicht ein weises Ziel gegeben? —Der Erden Alter war ein Ziel für aller Leben.

Man hält hier,thöricht Gott zum Zorn kein Unrecht vor,

Denn er verkehrt in Nichts, was er aus Nichts erkohk,
Kein Unterschied wird ihm zur Zweckes, Aendrunggev
teni

Aer welkt ein Erdenschwamm und dort vergehen
Welten.

Inzwischen strahle gleich in uns kein heitres Licht
Von künftger Straf und Lohn, und war die.Hoffnunz
nicht,

In kluger Menschen Brust den Wilden selbst gegeben,
Daß wir nach unserm Tod beglückter sollen leben:
Ja war, so wie der Leib verfällt in Äsch und Staub,
Des Menschen Edelstes, der Geist, der Zeiten Raub:
So, daß in jenem Reich der furchtbar dunkeln Stillen
Uns nichts mehr übrig war' von dem Verstand und
Willen:

Wie? oder wenn der Mensch einst schlief in jenem
Stand',

Wo er sich unbewußt vor der Geburt befand:
Wie? oder wenn vom Sein der Geist Müßt' ewigschei,
den:

> Die Liebe könnte doch in Gott nicht Abbruch leiden. Denn trennte sich in Nichts der Einschränkungen Band, So hört das Uebel auf, das uns dadurch entstand; Und da sich Glück Und Roth auf Vorstellungen grüm den,

So hörte beides auf, würd' einst der Geist verschwinden. Dort würd uns durch den Schmuck der Welt nicht Lust erweckt,

Doch auch das Innre nicht vom schnellen Blitz er,

schreckt.

Gesundheit wäre nicht, doch auch nicht Glieberplagen,
Nicht Reichthum; auch nicht Furcht; nicht Scherze;

auch nicht Klagen.
Die Wahrheit gäbe dort nicht Weisen Seligkeit,
Das Vorurtheil nicht Müh, nicht Fleiß der Sitz«

Streit.

Dort Dort herrschte kein Beweis, auch kein «bietend Svrei. Zerniy.

chen, ^ Nicht Stärke des Verstands, unh auch nicht seichte

Schwachen,

Wodurch ein Thor entdeckt, daß aller Dinge Reih
Nur schlecht, das Gute klein und Päses größer sei:
Wodurch unwirklich Leid er sich erschafft und mehret,
Das schöne Bild der Welt verfälscht und sich verkehret:
Wodurch er sich beklagt, daß ihm kein Glücke blüh.
Und Gott zum Sündigen Vergnügen ihm verlieh.
Ja, welcher Sterblicher ist mit der Welt zufrieden?
Wär sein gewünschtes Glück ihm nicht in Nichts beschi«
den.

Doch, ewig Heiliger, was einst der Mensch wird sein.
Sein Schicksal nach dem, Tod, das sieht er hier nicht
ein.

Gewohnet an Begriff von hier erkannten Dingen,
Setzt er dort ein Geheul und dort der Engel Singen.
Des blinden Persers Wahn, was ihm scheint offenbart,
Baut Höll und Himmel 'sich nach seiner LandeSart.
Der Meßkünstler. vergnügt vom, unfehlbaren Wissen,
Glaubt einst die Welt zu sehen in ihren ewgen Rissen.
Der Metaphysiker, der leicht den Sinn betrügt,
Sieht borten wie die Meng' der Monaden sich fügt;
Und der Poet vermeint sich prächtig auszudrücken,
Wenn er den Himmel kann mit Glanz und Lichte schmüt
cken.

Min wie weit hierin man Recht hat, oder irrt.
Zeigt sich, wenn unser Thun Gott einst belohnen wird.
Jenug, man lebe hier in Hoffnung ohne Krönken;
die Ewigkeit wird uns ein selges Glücke schenken,
denn, 0 Gott, deine Huld und deiner Thaten Preis
bleibt, daß, der Geist nicht stirbt, der kräftigste Beweis!
?s ist was in uns denkt von uns noch nicht ergründet.
)b es dereinsten schläft, wie oder gar verschwindet,
5ieß hat noch nicht zu fest der stärkste Schluß vereint,
Venn man den Grund allein im Geist zu finden meint.
)ie Ursach liegt vielmehr in Gottes Sein verborgen,
Larum wer hier entschläft doch hofft des Lebens Mo«
gen.

Sz Dl«

Die Zeit, für Menschen groß, ist dennoch oft zu klein,
^ Als daß sie könnt ein Ziel der ewgen Liebe sein.
Gott, der unendlich ist, dem alle Schranken weich«,,
Wie soll denn nicht sein Zweck auch seinem Wesen gle«
chen?

In ihm ruht ja der Quell, wo Weisheit ewig stießt,
Wie hemmte die die Zeit, daß sie sich nicht ergießt?

, >, ^ Gott zeigte durch die Welt uns seine Macht und Stärk,
Soll die unkenntbar sein nach dem zerbrochnen Wecke?
Und da du hier, o Gott, voll Langmuth und Geduld,
Der Thoren Witz erträgst, und Spötter deiner Huld,
Wie sollren, die nicht einst, wenn dein Zorn wird env

> brennen,

Gnad und Gerechtigkeit in weiser Straf erkennen?
Ja, Heiliger, dieß glaubt ein Weiser dir zum Ruhme!
Die Welt, dein Werk ist nicht des Todes Eigenchum.
Aus Liebe hast du sie einst wollen zubereiten,
Und deine Lieb ist hier ein Vorspiel künftger Zeiten.
Der Tod, der unsern Leib mit Fäulniß einst durchdringt,
Macht daß der edlre Theil, der Geist, sich höher
schwingt.

So wie vom Saamkorn die Staude sich erhebt.
Wird auch zuerst der Mensch im dunkeln Stand belebt.
Er keimt in der Geburt, wächst durch die Lebenszeit,
Und seiner Blüte Frucht ist die Unsterblichkeit:
Der Leib sinkt der Natur, bei seines Zweckes Ende,
Verwelkt, um sernern Brauch, in die geraumen Hände.
Ja wenn denn endlich auch, nach Gottes weisem Schluß,
Das prcichtge Weltgebcmd in Nichts sich stürzen muß:
Wem: nicht zum Mittelpunkt die Schwere mehr wird
dringen,

Wenn Sonnen nicht mehr sind, sich Erden nicht mehr
schwingen;

O! so verklärt doch dann des alten Raumes Nacbt,
Gott, deiner Weisheit Glanz mit neuer Lieb und Macht,
Vielleicht wird in dem Raum, wo Welten gehn verloren,
Den Geistert, eine Welt im Himmel auserkohren..

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