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wpiy. schwebt nicht auf der See, da Himmel, Wind und

^ ^ Wellen

Ein armes schwaches Schiff fast stürzen zu der Höllen,
Und stoßen an den Grund; er ehrt den Herren nicht,
Der oftmals wenig hält, und dennoch viel verspricht:
Sein Thun ist schlecht und recht, man sieht ihn niemand
neiden,

Noch an des Nächste» Noch die falschen Augen weide»;
Nicht wünschen, was ihm fehlt, ist seine ganze Lust,
Lebt außer Fürcht und Trost, und ist ihm wohl bewusl.
Er liebt das grüne Feld vor allen andern Sachen,
Kann in der freien Luft sich etwas größer machen.
Und faßt ihm frischen Muth. Da gehen seine Küh',
Mit Lämmern untermengt, ins Gras bis an die Knie.
Der schwarze Schäfer steht bei einer hohen Linden,
Gelehnct auf den Stab, und schneidet in die Rinden
Der Liebsten Namen ein, bald schwingt er in die Höh
Ein treues Hirtenlied von feiner Galathee.
Nicht allzuweit davon da sieht er seine Stuten
Vor Geilheit lustig sein, und nagen an den Ruthen.
Dann geht er ferner auch zu seinen Bienen hin.
Schaut, wie zwei grimme Heer' oft an einander zieh»,
Und um des Nachbars Klee sich bei den Stöcken zam
ken,

Die voller Honig sind: führt nachmals seine Ranken
Und junge Reben auf. Indessen kömmt sein Weib,
Die nicht nach Bisam riecht, und ihren schnöden Leib,
Wie falscher Waar' geschieht, vollauf an allen Enden
Hat prächtig ausgeputzt; sie trägt in ihren Händen,
Die grob durch Arbeit sind, von grünem Majoran
Und Rosen einen Kranz, und krön« ihren Mann.
Bald setzt sie sich mit ihm bei einem Walde nieder.
An dem ein schöner Quell mit Rauschen hin und wi«
der

Fleust Heller noch als Glas. Der leichten Vögel
Schaar

Springt auf den Aesten um, der grüne Specht, der

? Staar So ofte reden lernt. Die Nachtigall vor allen Singt dem, der sie ernährt, und ihnen zu gefallen: Die Lerche schreit auch: dir, dir lieber Gott allein , Vpiy.

Singt alle Welt, dir, dir, dir will ich dankbar sein. —

Indessen schleicht der Schlaf, der Mittler aller Sachen,

Durch ihre Glieder ein, und wann sie dann erwachen,

Daß nun die Sonne fast zu Golde gehen soll.

So führet sie ihn heim, und setzt den Tisch bald voll

Mit Speisen , die sein Hof und Landgut selber tröget;

Zwei Eier oder drei, die iht erst sind geleget,'

Die Henne selbst dazu, ein frisches Haselhuhn,

Nach dem die Bürger sonst die Finger lecken thun:

Em Lamm, das heute noch lief neben seiner Mutter,

Den feisten Rahm der Milch, und quittengelbe Bud

ter . .

Und Käse neben bei, wie Holland selbst kaum hat;
Auch Obst, das sonsten ist so theuer in der Stadt.
Dieß hat er, und noch mehr; ißt, was er kann ven

bauen,

Legt fein ihm selber vor, darf sich mit Nichten scheuen.
Obgleich er auf den Tisch die Ellebogen stutzt,
Und nicht mit steifer Brust, wie eine Jungfrau, sitzt.
Dann fasset er den Krug mit allen beiden Händen,
Trinkt seinen Firnewein, bis daß er aus den Lenden
Drauf Athem holen muß: ist gänzlich unbedacht,?
Daß nicht ein guter Freund ihm etwas betgebracht:
Der reissende Merkur, und das, so jungen Pferden
An ihren Stirnen hängt wann sie geboren werden.
Da« bleiche Wolfeskraut, und was vor Gift das Land
Bei unserm Pontus trügt, ist Dörfern unbekannt: )
Dann macht der Wirth sich erst aus Müdigkeit zu

Bette; ^
Sie spinnt mit dem Gesind indessen in die Wette,!
Und netzt die Finger wohl, bis sie auch allgemach
Das Haupt legt auf die Brust, und folgt dem Manne

nach;

Den sie, wie sehr er schnarcht, aus herzlichem Verlan,
'' - gen?

Der keuschen Wollust küßt auf seine braune Wangen,
Und was zu folgen pflegt. Ist schon ihr Lager nicht
Verhangen mit Damast, und ob das Stroh gleich
'sticht

Durch

«pig. ^ Durch ihren Unterpfühl, so ist es dennoch reine,

Darf keines Arztes Trank von Holze, das ich meint,
Und manchem rathen muß: da ist kein Zank nech
Neid,

'Kein Argwohn, kein Betrug, und kein verdeck!«
Eid.

So ruhen sie mit Lust, bis daß es itzt will tagen,
Und auf den Hügeln sich der Morgenröthe Wage»
Won fernen sehen laßt, dann dehnen sie sich aus,
Und sind zugleiche beid' auf Einen Sprung heraus,
O! sollte doch auch ich, nach solcher weiten Reise,
Und so viel Ungemach, bei euch sein gleicherweise,
Ihr Thäler, ihr Gebirg', ihr Brunnen, und d»
Strand

Des Bobers, da man mich zum ersten auf der Hand
Herum getragen hat, wo die begraben lieget,
So mich zur Welt gebracht, und wo ich erstlich kmz«
Dies schlechte, was ich weiß! Ich halte nicht« ans
Geld,

Auf Ehre, die vergeht, und Gaukelei der Welt.
Mein Wunsch ist einig der, mit Ruh da wohnen
nen,

Wo meine Freunde sind, die gleichsam alle Sinnen
Durch starke Zauberei mir haben angethan.
So daß ich ihrer nicht vergessen will, noch kann.
Hier wollt' ich, was mir noch ist übrig von dem Lew,
. Wie wenig es auch ist, mir und den Meinen gebe»;
Ein Feld, ein kleines Feld selbst bauen mit der Hont,
Dem Volke zwar nicht viel, doch selber mir bekannt.
Ich würde zu voraus die lange Zeit vertreiben,
Wie auch bisher geschehn, mit Lesen, und selbst SaM
ben:

Verachten sicherlich, das was das blaue Feld
Des Meeres weit und breit in seinen Armen hält;
Weil alles eitel ist, die Kräfte ausgenommen,
Die von den Sinnen nur und vom Gemüthe KW
men,

Das aller Eitelkeit, die der gemeine Mann
Für große Sachen hält, getrost entsagen kann.
Ich lernte täglich was aus meinem Leben nehmen,
So nicht darein gehört, und die Begierden zahmen,
Und fragte nichts darnach, ob einer, der sein Land
Aus Ehrgeitz übergiebt den Feinden in die Hand,
Und mit dem Eide spielt, mit sechsen prächtig führe.
Und, wenn er lüge schon, bei seinem Adel schwüre.
Kein Herr der sollte mich sehn bei dem Wagen gehn.
Und mit d«r Hofebursch vor seiner Tafel stehn.
Dem allen ab zu sein, wollt' ich mich ganz verhüllen
Mit tausend Bücher Schaar, und meinen Hunger stil«
len

An dem, was von Athen bisher noch übrig bleibt,
Da« was Aristons Sohn, ein Gott der Weisen
schreibt.

Was Stagirites sagt, PythagoraS verschweiget,
Homerus, unser Prinz, gleich mit den Fingern zeiget,
Und was der trefflich« PlutarchuS hat gewust,
Ja mehr, ganz Griechenland das wäre meine Lust.
Dann wollt' ich auch zu Rom, der Königin der Er,

.: den, Was mein Latein belangt, mit Ehren Bürger wen den:

Trotz einem, der hierum mich führte vor den Rath,
Als wär' ich, wie gebührt, kein Glied nicht von der

Stadt. ....:

Der große Cicero, Sallustius ingleichen, , i-!
Und Maro, würden mir die Hönde selber reichen;
Auch Flattus, der so wohl in seine Leier singt,
Daß der Thebaner Schwan kaum also schön erklingt.
Der reiche Seneka an Witz und an Vermögen,
Der schlaue Tacims, und was noch ist zugegen
Müßt allzeit um mich sein. Rom sollte zwar vek

gchn,

Doch sieht man sie noch itzt in unsern Herzen stehn.
Wir lassen nichts Hindan: die Ursach aller Dinge,
Woraus, von wem, und wie, ein jeglichs Thun env
springe,

Warum die Erde steht, der Himmel wird gewandt,
Die Wolke Feuer gitbt, ist sämtlich uns b«
kannt.

Mehr,

<vpiy. ^ Mehr> «a< das oben sei, au« welchem wir gm«« ^ men.

Und wiederum darein nach diesem Leben kommen:
Sa Gott, den niemand kent, und kein gemein»

- , Sinn
Kann fassen, der kömmt selbst in uns, und wir inih»,
Wir sehen, wie der Leib des Mensche» muß verderbe«,
Der Leib, das mindste Theil; die Seele kann nicht ftn,
ben:

Wir sehn, wie man dieß wird, ein anders nicht b»
steht,

Und wenn noch eines kömmt, auch nachmals dieß«»!
s , . geht.
Die also auf den Lauf der Welt recht Achtung geben,
Erlernen der Natur hie angemessen leben,
Sie bauen auf den Schein des schnöden Wesens »ich,
Das beides nur die Zeit gebieret und zerbricht.
Sie werden durch den Wahn, der wie ein Blinder ii-
ret.,

Im Fall er die Vernunft will meistern, nicht verwirr«!
Sie wissen allen Fall des Lebens zu bestehn, ."
Und können unverzagt dem Tod' entgegen geh«.
Das wollt' ich gleichfalls thun, und meines GW
Kräften

Versuchen allezeit mit müssigen Geschäften;
Ich liesse nicht vorbei so viel man Künste weiß.
Und was man hält für schwer, erstieg' ich durch d»
Fleiß.

Der Länder Untergang, der alten Völker Sitten,
Ihr Essen, ihre Tracht, wie seltsam sie gestritten,
Wo dieß und daS geschehn, ja aller Zeiten Stand
Won Anbeginn der Welt macht' ich mir ganz bekannt,
So würd' ich meine Vers wohl auch nicht lassen liege»!
Gar bald mit Mantua bis an die Wolken fliegen;
Bald mit dem PindaruS; Nasonis Elegie,
Doch zu voraus genannt, als meine Poesie,
Und unser Deutsches auch, darinnen ich vorweii
len'

Von Venus, ihrem Sohn'und seinen süßen Pfeile»

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