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Sein Ruhm wird reif, und güldner Zeiten wehrt, - Der dankbaren, doch längst vergeßnen Zeiten, ~ Wo den Petrarch das Capitol verehrt, *) Und Dichter noch auf Elephanten reiten. *) - O großer Tag! o altes Heldenglück! - Kommt wiederum, doch nur für Ihn, zurück.

*) Bon den satyres nouvelles de Mr. BENECH de CANTENAC, Chanoine de l'Eglise Metropolitane et primatiale de Bourdeaux, ist das Jahr 1706 der Nouvelles.de

la Republique des Lettres, im März S. 341 u. f. nach

zusehn. - " " .

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2^ schrieben worben. -

s ***) Papst Leo X. hat diese Ehre demt Dichter Baraballi

wiederfahren lassen. S. das sechste Buch der Anecdotes de Florence be3 VARILLAS, p.295.

R a b e n e r.

(Gsttlieb Wichelm Rabener, geboren 1714, gestorben »IS Obcrsteuerrath zu Dresden, 1772, genießt schon lange einer allgemeinen Verehrung als klassijHcr Satirist der Deutschen. Sein reicher und Achter Witz, sein ungcmci» scharfer und feiner Beobachtungsgeist, seine von keiner Bitterkeit oder Misanthropie «ergillte, sonder» immer mens scheiifreundliche, Laune, seine leichte und anziehende Da» skllnngsgabe, und die korrekte Eleganz seiner Schreibart machten ihn dieses Vorzugs vollkommen würdig. Der To» seiner Satiren ist mehr lachend als ernsthaft; und zum Theil treffen sie Thvrheiten und Vorurtheile, die jetzt schon weni, ger herrschend, oder vielmehr nur anders modificirt sind. Für dasEtudium des Menschenforschers aberwerden ste doch immer sehr schätzbare SittengemZhlde bleiben. Ihre Wendung ist sehr mannichfaltig; und sie find sZmmtlich, bis auf / dich Eine, deren Ironie nicht zu verkennen ist, in Prose geschrieben.)

Beweis, daß die Reime in der deutschen' ,
Dichtkunst unentbehrlich sind.

Nein! länger schweig ich nicht! Mein Zorn »richtend!
lichlos.

Der Frevel wird zu kühn, der Uebermuth zu groß.
Womit die blinde Welt der edlen Dichtkunst spottet,
Ihr mit dem Falle droht, und sich zusammen rottet.
Drei ganzer Jahr' Hab ich geduldig zugesehn
Wie ihre Feinde sich verschwören, sich zu schmähn.
Wie weit die Barbarei in ihrer Wuth gestiegen;
Und dennoch Hab ich stets vor Furcht und Gram g«
schwiegen.

Vor diesem, wenn Lucil, von Versen übel sprach,
So schlich ihm unvermerkt mein junger Satir nach,
Und riß, durch Zorn beherzt, dem Spötter der Gedichte
Mit ungestrafter Hand die Larve vom Gesichte.

Das

Rabener. , Das aber wagt ich nur, als ich ei» Jüngling war: —^— Mein reifender Verstand bemerkte die Gefahr;' '. Mein scheuer Satir sah das klägliche Gestecke,

Das Vers und Wahrheit traf; bestürzt wich er zurückt,
Warf seine Geisse! hin, und fluchte seiner Kunst.
Die Muse wiiWte mir, und hielt mir ihre Gunst
Und mein Versprechen vor, sie drohte, mich zu hassen,
Verhieß und bat. Umsonst! Ich schwur sie zu verlap
.' sm;

Ich schwur, und hielt es auch. Doch endlich siegt die
Pflicht;

Ich breche meinen, Schwur, und schweige langer nicht.
Die größten Flecken sucht, durch freches Splitterrichlen,
Der schönsten Poesie der Tadler anzudichten.

Will ein erhabner Geist, ein zweiter Lohenstein,
Des Phöbus Hofpoet und erster Günstling sein,
Und der geneunten Zahl, mit reingewaschner Lippe,
Im gläserhellen Quell des Pferdebrunnö Enippe,
Der Andacht Weihrauch streun; bricht sein erhitzt«
Much,

Veschwängert von der Kunst, durch Flammen Blitz und
Much;

Ruft er der Sckwefelbninst der donnerharten Flammen,
Und ruft Megärens Zunft, und ruft den Styx zusan»
men;

Tanzt er auf Stelzen her, wenn er Gewitter walzt,
Und eine Feuersbrunst des Herzens Marmor schmelzt;
Läßt er rund um sich her des Unglücks Nordlicht gläm

^ M;
Lacht er in Gleichnissen, seufzt Chrien, weint Senten-
zen;

So kömmt ein ZoiluS, und ruft: Der Dichrcr schwillt! ,

Sein ganzer Vers ist Rauch, sein Ropfnnr Dunst erfüllt.

Sehr, wie er die Vernunft in Demandkerren führet,

Im Paroxismus singt, und Oden phantasirtt!

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Wenn unser Selädon so süß, so lieblich sing« ^ Aadener. llnd seiner Lalage Zimmt, Mosch und Bisam bringt," Mall und Perlen weint, den Kiel in Mekcar tauchet, Zibeth und Kalmus kaut, und Ambra.vön sich hauche^ Äuf Nelken, Klee, Jasmin und Anemonen geht, Verzweifelt, wenn kein West bei seiner Schönen weht, Seklagt daß seine Pein kein Thau, kein Balsam lins

, . , ' >". dwt;: - , !. .S. . ? ^

Die neue Welt erschöpft, und die Levante plündert.
Zu sagen, daß sein Kind vor andern ihn eutzLxkt,
Das ganze Firmament in ihrem Aug erblickt, '.<
Und in ihr Angesicht, das wie die Venus stralet,
Von Blumen aller Art ein ganzes Chaos mahlet:
Was meint ihr? Was vergilt die Müh des Seladon,'
Wenn er so kostbar reimt? Was ist sein ganzer Lohn?
Man lachet über ihn. Der Neid> statt ihn zu preisen,
Eilt gleich, ihm seinen Platz im Tollhaus anzuweisen.

Nicht, Musen, euch und uns! Seht, wie biedre«
ste Welt

Von Bürgern euers Reichs ein schnödes Urtheil fällt!
Straft sie s - ? Doch halt« noch mir euerm Zorn zu«
"rücke!

Es giebt der Spötter mehr! Kommt! Werfet <ure
Blicke

Auf jenen frechen Schwärm, der voller Tücke schnaubt,
Euch nach dem Herzen greift, und Ruhm und Lorbeer

>' . raubt; .'.'

Ja gar, o Frevelthat! < s ja gar, ach, soll ichs

gen '. , < . i'

Den Reim, den edlen Reim, will aus den Versen ja.'
gen.

Eilt, Musen! reißt den Blitz aus eures Vaters Hand l
Der Schwärm wird mächtig. Eilt, eh er uns übers

> mannt! < «
Und kommt, und kämpft, und siegt, und schlagt die Fein-
de nieder.

Und schützt den werthen Reim, das Hauptwerk deutscher
Lieder! .. ,

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