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ponHaller,^ Fürs xxste lerne der, der groß zu sein begehret,' ^ Den innerlichen Stand ^des Staates, der ihn nähret: Wie Ansehn und Gewalt sich, mit gemeß'ner Kraft, Durch alle Stafeln theilt, und Ruh und Ordnung schafft;

Wie zahlreich Volk und Geld; wie, auf den alten Büiv

^ . . den, Dem Erbe beh'rer Zeit, sich Fried' und Freundschaft gründen;

Wodurch der Staat geblüht, wie Machtund Reichthum

stieg,

Des Krieqes«ste Much, den wahren Weg zum Sieg;
D>e Fehler eines Traars, die innerlichen Beulen,
Die nach und nach das Mark des sichern Landes fi«
len;

Was üblich und erlaubt, wie Schärf' und männliche

Recht

Den angelaufnen Schwall des frechen Lasters schwöcht;
Wie weit dem Herrfcher ziemt, der Kirche zu gebiete»;
Wie Glaubenseinigkeir sich schützet ohne Wüthen;
Was Kunst und Bötzen zeugt, was einem S>t«al w
sprießt,

Wodurch her Nachbarn Gold in unsre Dörfer fließt;
Auch, was Europa regt, wie die vereinten Machren
Im imen Gleichgewicht sich selbst zu hatten trachten;
Woöurch die Handlung blüht; wie alle Welt ihr GÄ
Dem zugelaufnen Schwärm verbannter Bettler zollt;
Was Frankreich schrecklich macht; wodurch es sich enK
.nervet;

Wie Kunst und Wissenschaft ihm feine Waffen schärfet,
Auch Rom und Sparta hat, was nützlich werden kann;
Die T»gsnd nimmt sich leicht bei ihrem Beispiel an,
Bild' aöer auch dein Herz, selbst in der ersten Zugend,
Sleh auf hie Weisheit viel; doch weit mehr auf die
Tugend!

Lern', daß nichts selig macht, als hie Gewifstnsruh;
Und dag zu deinem Glück dir Niemand fehlt, als Du!
Daß Geld auch W ise ziert, verdient durch reine Mittel;
Daß Tugend Ehre bringt, und nicht erkaufte Titel;
Daß Maaß und Weisheit Mehr als leere Namen sind;
. Und haß mgn aus dem Thron auch Antonin? fmdl.

Ke>»

Kein Reiz sei stark genug, der deinePßicht verhindert; ^vsn^ller.
Kein Nutz sek groß genug, der den de« Smates mindert. ^-
Such in der Länder Wohl, und nicht beim Pöbel Ruhm;
Sei jedem Bürger hold, und keines Eigenthum.
Sei billig und gerecht; erhalt auf gleicher Wage
Des Großen drohend Recht und eines Bauern Klage.
Bei Würden sieh den Mann, und nicht dm Gegen«
dienst, ,,

Mach Arbeit dir zur Lust, und Helfen zum Gewinnst.
Dieß lerne; dieses thu; das andre liegt verborgen;
Der Himmel wird für dich mehr, als du selb», sorgen«
Und wenn er künftig dich in hohen Aemtern übt,
Und deiner Bürger Glück in deine Hände giebt.
So lebe, daß dich einst die späten Enkel preisen,
Dein Tod den Staat betrübt, und macht deinVolkzum

. . Waisen;
Und schlissen schon dein Land die engsten Schranken ein.
So würdest du mir doch der Helden erSer sein.
In dir zeigt sich der Welt der Gottheit Gnadensinger!
Du bist ein größrer Mann, ats alle Weltbezwinger. .

04 - von ,

von Hagedorn. "^

(Außer seiner schon oben erwähnten Nachahmung Hsrazischen Schwäger«, gehören noch einige andre v«,

^ ssincn moralischen Gedichten zur satirischen Gattung!

'vornehmlich folgendes Gedicht, dessen herrschender Ton fett, gesetzte Ironie ist.)

Der belehrte. "'

Meglückt ist der, zu dem sein Vater spricht:
Sohn, sei gelehrt! und ver dem Waker höret.
Und nur auf Ruhm, auf Meisterschaft erpicht.
Bald vieles lernt, und endlich alles lehret.
Mit gleichem Much bejahet und verneint,
'Beweisen darf, und zu beweisen scheint.

Sein Ernst verschmäht, was Höftn stets gefiel,'
Den Ueberfluß geschmückter Freudenfeste,
Die frühe Jagd, de» spüren Tanz, das Spiel,
Das Nachlgepräng' erleuchteter Paläste,
Der Masken Scherz, wo Mummerei und List
Verliebte paart, Gepaarten günstig ist.

Ihn reizen nie der Waffen Glanz und Pracht,
Der Edlen Muth, der Enkel tapfrer Ahnen,
Des Helden Lust, die feuervolle Schlacht
Der stolze Sieg, der Ruhm erfochmer Fahne«,
Das Kriegsgeschrei, das donnernde Metall,
Der kühne Sturm, und der erstiegne Wall.

Er mehrt auch nicht den zu geheimen Rath,
Der um den Thron erhabner Fürsten sitzet,
Und, sonder Ihn, den anvertrauten Staat
Bewacht, versorgt, erweitert und beschützet.

21?

Er will, kr kann (wie oft trifft beides ein y v. Hagedorn,

Kein *) Cineas von einem Pyrrhus sein. , ^

Was ihn bemüht, verherrlicht und ergötzt,

Sind weder Pracht, noch Kriegs« und Staatsgeschäfte:

Es ist ein Buch, das er selbst ausgesetzt,

Es ist ein Schatz von Ihm beschriebner Hefte,

Ein Kupferstich, der Ihn, mit Recht, entzückt,

In dem Er sich, mit Ruhm verbrämt, erblickt.

tzs ist sein Krieg ein schwerer Federkrieg,

In dem durch Ihn Beweise stehn und fallen;

Und er betritt auf den erhaltnen Sieg,

Dm Helden gleich, des Ehrentempels Hillen, , ^

Und stellet sich dort seiner Leser, Schaar,

Der Setzerzunft und den Verlegern dar.

Ja! dreifach groß und furchtbar ist der Mann, '' ^

Der muchig, schreibt, bis Neid und Gegner schwinden.

Er trifft in sich mehr, als neun Musen, <m>

Er wird in sich mehr, als den PhöbuS finden.

Und ist im Srreit, wie Ajax beim Homer,

Des Heeres Schutz, ja selbst ein ganzes H«r. -7

Erwünschter Preis gelehrter Ritterschaft!

Dein Lorbeer krönt den, so der Much erhoben:

Doch braucht auch der nicht stets der Waffen Kraft;

Cr lobet auch, damit, ihn andre loben.

Und lohnt den Ruhm, den er im Lenz erhält,

Mt Gegenruhm, noch eh die Dlüche fällt.

Es keimt und sproßt die Saat der Dankbarkeit

In Zeitungen, und wächst in Monatsschriften. ^,

Ein werther Freund belehrt die Folgezeit,

Und zeigt uns selbst, wie viel wir gutes stiften

Und dich ermahnt sein süßes Lobgedicht,

Germanien zu der Bewundrungspsiicht.

0 5 Oft

') CineaS, der Pchülcr dcs Demosthenes und Gesandter des Pyrrhus, wird einigen aus dem Bvileau, und vielen aus dem 7ten Band der Mttoiie sncienne des Roliin bekannt sein.

>. /^agedsrn. Oft ist der Ruhm, der Schriftverfasser hebt,

"Ursprünglich schwach; doch hilft die Kunst ihm weiter.
Der Gönner Huld, nach der die Zuschrift strebt,
Machtklcine groß, und dunkleNaMen heiter.
Und wer zuerst um Nachsicht bitten muß,
Gebeut zuletzt, und ist ein Pansvphus.

So, wie ein Dach, der trag und dürftig quillt.
Durch Kies und Schlamm trüb' und verächtlich fließ«,
Sich krümmt und schleicht, von fremden Wassern schmilli,
Dann rauscht und glänzt, sich stolz ins Land ergießet,
Dort Bachen folgt, hier Bäche selbst regiert.
Und endlich gar des Stromes Namen führt.

Des Beifalls Kraft begeistert den Verstand
Mir allem Witz der Neuern und der Alten,
Wird zum Beruf, heißt jeden, der ihn fand,
SaS Richteramt auf dem Parnaß verwalten,
> Und macht'den Mann, den Muth und Glück erhöhn,
Oft zum ÄZirgil, noch öfter zum Mücen

Sein Haß entehrt. Warum? Weil seine Gunst
Kaum weniger als mancher Pfalzgraf adelt.
Nur er versteht wie meisterliche Kunst ,.
In Zeilen lobt, in ganzen Blättern tadelt. .
Sein Ausspruch nur, der stets die Regel trifft,
E>ttscheidet.,schnell den Werth von jeder Schrift.

Die Ungeduld der Fremden, Ihn zu schaun.

Spornt ihr«, Fuß auf den gelehrten Reisen.

Sie müssen sich aus seinem Mund erbaun,

Und Ihm, Ihm selbst, sich und ihr Stammbuch weisen,

Vergleich«, Ihn mit Seinem Kupferstich,

Sehn, wie Er lacht, freun, und empfehlen sich.

- Er lehrt die Welt. Sein Ton, Sein Vorrang steigt,
Und seine Stirn umstralt der Glanz der Ehre:
Das was Er sagt, und das, was Er verschweigt,
Ist wie ein Licht und Nebel seiner Lehre,

Das,

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