תמונות בעמוד
PDF

And then I stole all courtesy from heaven, And dressd myself in such humility That I did pluck allegiance from men's hearts. Und von dieser Bedeutung war ein einfacher, keines Zwischengliedes bedürftiger Uebergang zu dem Begriff Menschenfreundlichkeit, Menschlichkeit, Humanität. Heinrich V. III, 1, 4: In peace there's nothing so becomes a man As modest stillness and humility: But when the blast of war blows in our ears, Then imitate the action of the tiger etc.

Merch. of Ven. III, 1, 72: If a Jew wrong a Christian, what is his humility? Revenge. If a Christian wrong a Jew, what should his sufferance be by Christian example? Why, revenge. Man lese im gleichnamigen Stück Richard's III. Rede (II, 1,72) aufmerksam durch, und man wird finden, daß auch hier humility am Schluß keinen anderen Sinn hat: If I unwittingly, or in my rage, Have aught committed that is hardly borne By any in this presence, I desire To reconcile me to his friendly peace: Tis death to me to be at enmity; I hate it, and desire all good men's love.

I do not know that Englishman alive With whom my soul is any jot at odds More than the infant that is born to-night: I thank my God for my humility. D. h. für mein liebreiches, sanftes, menschenfreundliches Gemüt. Seltener, aber nicht unerhört, ist das Adjektiv humble in diesem Sinn. Wenn in Richard II. (I, 4, 26) Bolingbroke geschildert wird: How he did seem to dive into their hearts With humble and familiar courtesy, so ist damit offenbar nicht demütige, sondern herablassende, leutselige Höflichkeit gemeint. Wenn Richard III. (I, 2, 265) der Anna von Rutlands Tod erzählt und hinzufügt: My manly eyes did scorn an humble tear,

[ocr errors][merged small]

dies ist nicht großmütig, nicht fein, nicht human. Auf diesem Punkt angekommen, möchte ich beinahe auch in derselben Scene den Vers 747 in Schutz nehmen:

[merged small][ocr errors][merged small][ocr errors]

woman, your husband is in his old lines again: he so takes on yonder with my husband, so rails against all married mankind; so curses all Eve's daughters, of what complexion soever; and so buffets himself on the forehead, crying, „Peer out! peer out!“ that any madness I ever yet beheld seemed but tameness, civility and patience, to this his distemper he is in now. Die Frau Page zeigt sich hier als feine üble Rednerin; von dem Satz he so takes on etc. bis zu dem Peer out ist eine so artige und wohlberechnete Steigerung, daß die Bezeichnung madness dann den richtigen und natürlichen Schluß bildet. Offenbar würde sie dies stilistische Verdienst sofort einbüßen, wenn gleich im Anfang ihrer Rede ein Synonym von madness stände. Das lines der Folios ist, wie wir sehen werden, eine vox media und ganz am Ort; die Quartos haben vein dafür; aber die kostbare Entdeckung lunes mußte doch verwertet werden. So schreibt denn alle Welt seit hundert Jahren: Your husband is in his old lunes again.

Ce n'est que le premier pas qui coûte. In Troilus und Cressida fand sich eine neue Gelegenheit, das Wort anzubringen. Dort (II, 3, 139) sagt Againemnon von Achilles:

worthier than himself
Here tend the savage strangeness he puts on,
Disguise the holy strength of their command,
And underwrite in an observing kind
His humorous predominance; yea, watch
His pettish lines, his ebbs, his flows, as if
The passage and whole carriage of this action
Rode on his tide.

Wie in der Rede der Frau Page ein Aufsteigen, so ist hier ein sichtbarer Abfall der Wendungen von der savage strangeness zur humorous predominance und dann zu den pettish lines. Nidtsdestoweniger ist auch hier jeßt his pettish lunes algemeine Schreibinge geworden. So hat das õras as yousvov ein stattliches (Gebiet gewonnen und jedenfalls noch eine große Zukunft vor sich.

Man fönnte mun sagen, daß lunes nichts weiter sei, als das deutide , Laune" und darum an den beiden Stellen, in welche man" es hineinforrigiert hat, den ganz richtigen rhetorischen Effekt

[ocr errors]

Hol. Dictynna, goodman Dull; Dictynna, goodman Dull.
Dull. What is Dictynna?
Nath. A title to Phoebe, to Luna, to the moon.

(Lov. Lab. Lost IV, 2, 39). Kurz, bei dem Worte lunes dachte der Engländer kaum eher an den Mond als wir bei dem Wort Laune. - ".

Dagegen sind Ebbe und Flut dem seekundigen Dichter als Bild wechselnder Stimmungen so geläufig, daß es keiner Herbeiziehung des Mondes bedarf, um es an unserer Stelle als einen einfachen und natürlichen Ausdruck erscheinen zu lassen, zumal da es dem Gleichniß der folgenden Verse zu Grunde liegt. In Rape of Lucr. 1569 heißt es: Thus ebbs and flows the current of her sorrow. Rom. III, 5, 134: For still thy eyes, which I may call the sea, do ebb and flow with tears. Vgl. besonders Love's Lab. Lost IV, 3, 215, wo Biron die Unbeständigkeit als die richtigste Lebensmaxime nach dem Beispiel des ebbenden und flutenden Meeres empfiehlt. - -

Wenn demnach kein vernünftiger Grund zu der Annahme vorlag, daß in den oben angeführten Stellen aus den lustigen Weibern und Troilus lunes zu lesen sei, so fragt es sich, ob lines einer Korrektur bedurfte. Was es bedeuten soll, geben uns die Ouartos an, welche in den Merry Wives: in his old vein, und in Troilus: his pettish course haben. Das Johnson'sche Lericon - giebt keinen Fingerzeig dafür; eher schon Webster, welcher unter dem Artikel line Folgendes aufführt: 19. Occupation; employment; department or course of business. We speak of men in the same line of business. 20. Course; direction. Washington: What general line of conduct ought to be pursued. Es kann sehr wohl sein, daß die Grundbedeutung Linie, indem sie sich zum Begriff der Richtschnur weiterentwickelte, schließlich in den jedes Verfahrens und Verhaltens, auch des ungeregelten und ungebundenen, ausartete. Doch halte ich es für wahrscheinlicher, daß die vorliegende Anwendung auf die Bedeutung „Angelschnur“ zurückzuführen ist. To give line heißt die Schnur schlaff lassen, der Angel und dem mit ihr spielenden Fisch freien Raum gewähren. Wint. Tale I, 2, 181:

I am angling now,
Though you perceive me not how I give line.

« הקודםהמשך »