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Walker: Sempronius, Valerius, all:

Delius: Sempronius – O my lord! – All:
Grant White: Sempronius, Ventidius, all;
Keightley: Sempronius, all on 'em, all:

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Dergleichen hätte man wohl bedenken und wissen sollen, aber man bedachte es nicht, oder wußte es vielleicht auch nicht. Ein zweites Beispiel für meine Behauptung mögen mir zwei Begriffe geben, deren verbreitete und vielleicht allgemeine Mißdeutung mir die Durchsicht der Schlegel'schen Uebersetzung nahe gelegt hat: humanity und humility. Johnson, Webster und Lucas, sämtlich Lexicographen, welche auf ältere Schriftsteller häufig Bezug nehmen und demnach Anspruch auf historische Sprachkenntnis machen, geben für das letztere ausschließlich die heute gangbare Bedeutung an. Johnson: Humility; 1) Freedom from pride, modesty, not arrogance; 2) Act of submission. Webster: 1) Freedom from pride and arroganee; humbleness of mind, a modest estimate of one's own worth. 2) Act of submission. Lucas: Demut, Bescheidenheit, Erniedrigung. Und mehr scheinen auch die Kommentatoren Shakespeare's über das Wort nicht zu wissen. In Love's Lab. Lost IV, 3, 349 sagt Biron: Never durst poet touch a pen to write Until his ink were temper’d with Love's sighs; 0, then his lines would ravage savage ears And plant in tyrants mild humility. Hier hatte schon Griffith humanity für humility vorgeschlagen; Collier fand dieselbe Verbesserung in seinem alten Folio-Korrektor, und bemerkt dazu: An evident improvement, since tyrants are void rather of humanity than of humility, and the preceding line shows that the correction must be right. So eine der ersten Autoritäten auf dem Gebiet der Shakespeare-Kunde. Eine Untersuchung, ob humanity auch bei Shakespeare die heutige Bedeutung „Humanität, Menschlichkeit“ habe, oder ob es nicht möglicher Weise einen ganz anderen Begriff ausdrücke, kam Collier nicht in den Sinn. Und doch ist nichts gewisser, als daß humanity bei Shakespeare niemals das ausdrückt, was wir heute damit bezeichnen, sondern das Menschentum: the peculiar nature of man. Wir führen zum Beweise alle Stellen auf, in denen das Wort sich findet. Othello 1, 3, 317: Ere I would say, I would drown myself for the love of a guinea-her, I would change my humanity with

a baboon. Hamlet III, 2, 39: 0, there be players that I have seen play, and that .... have so strutted and bellowed that I have thought some of nature's journeymen had made men and not made them well, they imitated humanity so abominably. Timon I, 1, 284: He's opposite to humanity (d. h. ein Menschenfeind). III, 6, 115:

henceforth hated be Of Timon man and all humanity! IV, 3, 300: The middle of humanity thou never knewest, but the extremity of both ends. Troilus and Cress. II, 2, 175:

Nature craves
All dues be render'd to their owners: now,
What nearer debt in all humanity

Than wife is to the husband?
Heinrich VI. 1. T. II, 3, 53:

No, no, I am but shadow of myself:
You are deceived, my substance is not here,
For what you see is but the smallest part

And least proportion of humanity.
Ant. u. Cleop. V. 1, 32:

à rarer spirit

Never did steer humanity.
Rear IV, 2, 49:

If that the heavens do not their visible spirits
Send quickly down to tame these vile offences,

It will come,

Humanity must perforce prey on itself,

Like monsters of the deep. · In den obigen Stellen nähert es sich mitunter dem Begriff Menschheit, mankind, nie aber dem heutigen „Humanität, Menschlichkeit". In Cymbeline III, 2, 16 ruft Pisanio, als er den Befehl zur Ermordung Imogen's erhält:

How look 1.
That I should seem to lack humanity

So much as this fact comes to? Auch hier erhält der Ausdruck erst seine volle Kraft, wenn wir humanity nicht als den Inbegriff dejjen fasjen, was dem Menschen

als solchem geziemt, sondern als das Menschentum in seinem natürlichen, physischen Sinne. Sehe ich wie kein Mensch aus, will Pijanio sagen, daß man mir diese That zutraut? Und mit dem so gewonnenen Maßstabe muß man endlich die Stelle in Rape of Lucr. 195 beurteilen:

Let*) fair humanity abhor the deed

That spots and stains love's modest snow-white weed. Erst der Zusaß fair giebt dem Wort den Sinn, welchen es heutzutage schon für sich einschließt.

Kurz, humanity ist bei Shakespeare das Substantiv zu dem Adjektiv human, nicht zu humane, wie man heute in Schrift und Accent unterscheidet, während Shakespeare durchweg humane schreibt und ohne Unterschied des Sinnes bald auf der ersten, bald auf der zweiten Silbe betont.

Humanity kann also nicht das Wort sein, welches in Love's Lab. Lost an Stelle von humility zu seben ist. Ehe wir jedoch andere Emendationen vorschlagen, wollen wir uns erst versichern, ob humility sich wirklich nicht verteidigen läßt. Daß es Demut bezeichnet, darüber fann fein Zweifel aufkommen. All's well I, 3, 99: Though honesty be no puritan, yet it will do no hurt; it will wear the surplice of humility over the black gown of a big heart. Richard II. V, 1, 33:

and wilt thou, pupil-like, Take thy correction mildly, kiss the rod, And fawn on rage with base humility,

Which art a lion and a king of beasts? Von diesem Begriff führte eine leichte Brücke zu einem zweiten über: Herablassung, Leutseligkeit. All's well I, 2, 44:

who were below him
He used as creatures of another place
And bow'd his eminent top to their low ranks,

Making them proud of his humility. Heinrich IV. 1. T. II, 4, 6: I have sounded the very base-string of humility. III, 2, 51:

*) Lest? Gej. Abh. v, Dr. Aler. Somiot.

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