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Ju Verlust duch Ein Gewinn!
Und ich sah ein kaltes Auge
Göhnisch auf mich hingewandt,
Höhnisch auf die Schärpe blicken,
Die das Werk doch ihrer Hand,
Und sie sagte, leis errötend:
vast du sie bewahrt bis jetzt?
Würd’ger Stoff für einen Minstrel,
Der's in schmuce Reime segt;
Für 'nen kühnen Provençalen,
Der mit einem süßen Lied
Von der Liebe seidnen Banden
Durch die stillen Auen zieht;
Doch kaum würdig eines Kriegers,
Der um eine Krone ringt!
Ist dies Alles was dein Degen
Mir vom Feld des Ruhmes bringt?
Dies statt aller Siegstrophäen
Ist dein einziger Gewinn?
Der Prinzessin Stickereien
Sind für eine Königin!

Weibes Lieb' ist Schrift in Wasser, Weibertreu' ist flücht'ger Sand. Rückwärts, rüdwärts laßt mich schweifen Nach des Nordens edlem Land, Laßt mich athmen auf der Halde In der frischen Bergesluft, Jene Purpurhaiden sehen, Horchen nach dem Strom der Klust, Braust er auch wie Corrievredan Heiser durch des Sturines Wehn Eine Stunde laßt mich Schottland, Eh' ich sterbe, wiedersehn! O mein Herz ist krank und müde, Mich beklemmt hier Luft und Wind Dort würd' ich genesen, ob auch Winteripeiß die Schluchten sind. Gebt mir meine Treuen wieder, Gebt mir meine Hochlandmaid ! Nirgend schlägt das Herz so bieder Als im bunten Tartankleid. Flora, als du mich begleitet Durch Kintail, weit weit hinab, Wo vor dichten Gagelichloffen

Eine Höhl uns Obdach gab;
Als das Bajonet der Schildwacht
Wir, versteckt in dichtem Ried,
Schimmern sahn im Licht des Mondes,
Und gehört ihr leijes Lieb;
Als der Sturm uns von der Insel
Fortriß in der Wogen Schwall,
Und das dünne Boot in Wirbeln
Tanzte wie ein Federball;
Als wir matt und ohne Nahrung
Manche lange dunkle Nacht,
Wartend auf des Morgens Streifen,
In dem Farrenfraut durchwacht;
Als du engelgleich bewachtest
Den Entschlafnen neben dir,
Niemals hörtest du mich murren
Sähst du jetzt mein Weinen hier!
Meine Thränen um die Tapfern,
Die fein Flehn zurückgewinnt,
Im die Ebeln, die bergebens,
Ach für mich! gestorben find.

VIII. Der alte schottische Cavalier.

1.
Kommt, höret auf ein neues Lied,
Soll euch zu berzen dringen,
Euch auf die Wangen glühend Rot
Und Glanz ins Auge bringen;
Von alten Zeiten ist's ein Lied,
Die längst ach längst vergingen,
Und vom Baron, wie einer fühn,
Wenns galt das Schwert zu schwingen,

Wie ein alter tapfrer Kavalier
Aus guter alter Zeit.

2.
Im Nord, wo donnernd braust der Spey,
Da standen seine Hallen;
Aus seinem Stamme wohnten rings
Viel hunderte Vafallen.
Und jeder Mann im ganzen Clan
ließ sein Gebet erschallen
Für seiner Könige lieben Stamm,

fie in der Fremde wallen

Bern von ihren Ravalieren treu
aus guter alter Zeit.

3.
Sein Vater zog das Ehrenschwert
für Schottlands gute Rechte,
Mit treuen Herrn und Häuptlingen
Aus rühmlichem Geschlechte,
Der Schar, die König James' Panier
Einst ichirmte im Gefechte,
Ind fiel, als er den Fall der Graemes
Zu Rilliecranfie rächte,

Wie ein alter treuer Kavalier
Aus guter alter Zeit.

4.
Er beugte nie sich fremdem Joch
Auf feinem Herrenfiße,
Hielt seinen Clan von Fehd' und Krieg,
So lang' der Frieden nüße,
Und frug man ihn nach seinem Eid,
Wies er die blanke Spiße
Und die Rofarde silberweiß
An seiner blauen Müße;

Wie ein alter treuer Kavalier
Ans guter alter Zeit.

5.
Da lief die Botschaft durch das Land:
Der Prinz ist wiederfommen!
Das Feuerfreuz ist jene Nacht
Auf Berg und Thal entglommen.
Dem alten Löwen konnte da
Nicht träge Ruhe frommen,
Er hat zu Karl und seinem Heer
Bergein den Weg genommen

Mit den schottschen Kavalieren treu
Aus guter alter Zeit.

6.
Der erste beugte er das Knie,
Als die Standarte wallte,
Der erste er auf Prestonfeld,
Der auf die Feinde prallte,
Und immer sorgt er in der Schlacht,
Daß nicht die Kling' erkalte,

Bis auf Cullodens nadter Haid'
Er Gott die Schuld bezahlte,

Wie ein alter guter Kavalier
Aus guter alter Zeit.

7.
O nimmer werden wir ein Herz
So treu und wacker schauen.
Die alte Zeit ist hin, das Heut
Es kann uns nicht erbauen.
Die weiße Rose ist verwelft
In Gärten und in Auen,
Und nur des Himmels Thränen noch
Das Ehrenbett bethauen

Des leßten Schottenkavaliers
Aus guter alter Zeit.

Zur Textkritik des „king Lear”.

I*).

Es darf als befannt vorausgesekt werden, daß der Tert der Shakspearischen Dramen mancher Controverse unterliegt. Es ist das ein Schidjal, welches er nicht nur mit den Schriftwerken des klaffischen Altertums, sondern bis zu einem gewissen Grade auch mit denen unserer eigenen modernen Literatur teilt. Wir find nicht immer sicher, daß unsere Lessing, Goethe und Schiller das wirklich geschrieben haben, was man uns in ihren verbreitetsten Ausgaben zu lesen gibt. Besondere Säuberlichkeit des Drucks ist nicht immer der Stolz Deutscher Officinen, fleißiges Corrigieren selten die starke Seite großer Schriftsteller gewesen. Zahlreiche Versehen, unter denen die handgreiflichen sinnstörenden Druckfehler die mindest gefährlichen sind, finden sich schon in den ersten Ausgaben, vererben sich auf die folgenden, und vermehren sich in ihnen durch neue. So steigert sich das Uebel im Laufe der Zeit, bis man ihm durch Zurückgehen auf die Quelle auf die Handschriften der Autoren, wo deren vorhanden

ein Ziel zu feßen sucht.

Aehnlich, aber freilich noch erheblich schlimmer, verhält es fich mit Shafspeare. Von den zahlreichen Druckfehlern seiner ältesten Ausgaben, und von den noch schlimmeren Willkürlichkeiten, welche seine späteren Herausgeber, namentlich im 18. Jahrhundert, fich erlaubt haben, soll hier gar nicht die Rede sein, sondern nur von

*) Dieser erste Teil ist zwar schon als Programm gedruckt worden, doch ist er für das Verständnis des Folgenden notwendig, deshalb sei er hier nochmals abgedrudt.

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